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Meerwasser Temperatur Einstellung

Zu kaltes und warme Temperatureinstellungen im Meerwasseraquarium können zum Problem werden. Das ist unser Standpunkt zum Thema Temperaturbereiche im Meerwasseraquarium.

Kurzfristig vertragen Korallen kälte etwas besser als zu viel wärme. Die Grenzen liegen hier unserer Meinung nach im Spektrum von 10° C – 32°C, das die Korallen über maximal 1-2 Tage aushalten können, bevor signifikante degeneration des Gewebes zu beobachten ist. Besteht länger das Problem des verschobenen Temperaturbereichs, häufig im Sommer oder im Winter, weil der Heizstab ausgefallen ist, so stellt die Hitze in der Regel die größere Gefahren für Ihren Korallenbestand dar, weil innerhalb von geschlossenen Räumen das untere Limit entsprechend schwieriger erreicht werden kann, da man seine Räume in der Regel bei niedrigen Temperaturen heizt. Was also tun, wenn man zu hohe oder zu niedrige Temperaturen hat?

Wir stellen unsere Becken auf 23 – 24° C Temerpatur ein.

Das hat verschiedene Gründe, da wir die meisten Aquarien in Altbauten stehen haben:

  • Geringere Luftfeuchtigkeit durch minimal unterdurchschnittliche Temperaturen um im Winter keine Wärmebrücken innerhalb seiner Wohn und Arbeitsräume zu fördern
  • Geringere Stromkosten zum Heizen des Meerwasseraquariums

Optimalers Korallenwachstum erreicht man in der Regel bei 25° C Wassertemperatur

Die richtige Wassertemperatur ist einer der wichtigsten Wasserwerte, damit sich die Pflanzen und Tiere in ihrem Lebensraum wohlfühlen können. Je nachdem aus welchem Ursprungsgebiet der Besatz stammt und welche Temperaturen dort vorherrschen, muss die Wassertemperatur im Aquarium entsprechend danach ausgerichtet sein. Generell gilt, dass die Temperaturschwankungen, für eine gute Entwicklung der Lebewesen, möglichst gering gehalten werden sollten.

Die Richtwerte für Warmwasser-Aquarien liegen zwischen 23 °C und 28 °C. Bei tropischen Meerwasseraquarien sollte die Temperatur niemals unter 21°C fallen und nicht über 30°C ansteigen. Die genaueren Temperaturwerte schwanken je nach Herkunft der Fische, wobei generell gilt, dass der Idealwert für Zierfische zwischen 24 und 25°C liegt. Um die Wassertemperatur optimal regulieren zu können, sollte Sonneneinstrahlung vermieden und genügend Abstand zu Heizkörpern eingehalten werden.

Wassertemperaturen in einem Meerwasser-Aquarium

Die Korallenriffe benötigen eine Wassertemperatur zwischen 23 und 28°C, um gut gedeihen zu können. Speziell in den Sommermonaten ist es erforderlich sicherzustellen, dass die Temperatur nicht über 30°C hinaus geht. Temperaturen darüber hinaus beeinträchtigen den Stoffwechsel der Korallen, da die Zooxanthellen die zu hohen Temperaturen nicht vertragen und absterben. Dies wiederum behindert die Nahrungsaufnahme der Korallen, denn diese existieren in Symbiose mit den Zooxanthellen und werden durch sie mit Zucker, Stärke und anderen organischen Produkten versorgt, welche für sie überlebensnotwendig sind. Deswegen ist es unabdingbar die Wärmeentwicklung der Aquarientecknik zu überprüfen und gegebenenfalls entsprechend zu kühlen.

Die Wassertemperatur in einem Mittelmeer-Aquarium

Mittelmeer-Aquarien sind im privaten Gebrauch eher selten und wurden längst von der vielfältigen Farbenpracht der Korallenriff-Aquarien verdrängt. Allerdings gibt es zahlreiche öffentliche Aquarien mit einem Tier- und Pflanzenbesatz aus der Mittelmeerregion. Hier werden im Sommer Wassertemperaturen von bis zu 24°C erreicht, darüber hinaus sollten sie nicht ansteigen. Zwar schaden zu niedrige Temperaturen mehr als zu hohe, dennoch verringert sich durch zu hohe Temperaturen sowohl die Lebensdauer der Fische, als auch deren Fruchtbarkeit und Farbenpracht.

Die Wassertemperatur in einem Nordsee-Aquarium

Wie die Bezeichnung es bereits erahnen lässt werden in diesem Aquarium Fische und Wirbellose gehalten, welche ursprünglich der Nordsee entstammen. Weil die Tiere nicht im Handel erhältlich sind, ist das Nordsee-Aquarium ebenfalls mehr im öffentlichen Bereich der Aquaristik vertreten. Auch hier gilt, dass die Wassertemperatur an die natürliche Umgebung der Tiere und Pflanzen angepasst werden muss, weshalb sie im Winter nicht unter 10°C und im Sommer nicht über 20°C betragen darf. Um solche Temperaturen zu halten ist in den meisten fällen ein Kühlaggregat bzw ein Kühlkompressor notwendig.

Die Wassertemperatur in einem Süßwasser-Aquarium

Die meisten Zierfische für ein Süßwasser-Aquarium fühlen sich bei Temperaturen zwischen 24 und 25°C wohl, wobei es auch hier Temperaturschwankungen zu vermeiden gilt. Besonders zu hohe Temperaturen sind schädlich für die Fische, da dies mit einem höheren Bedarf an Nährstoffen der Fische einhergeht, wodurch mehr Abfallprodukte entstehen und sich mehr Bakterien ansiedeln. Hierdurch kann die Wasserqualität entscheidend beeinträchtigt werden, worunter die Lebewesen leiden würden. Sollten die Temperaturen jedoch zu niedrig sein, fahren die Fische ihre Lebensfunktionen wie den Stoffwechsel und die Aufnahme von Nährstoffen runter, weshalb die Temperatur nicht unter 20°C fallen sollte.

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Einfahrphasen-Tipps fürs Meerwasseraquarium

Bei der Neueinrichtung eines Aquariums in der Meerwasseraquaristik ist die Einfahrphase die maßgebliche Basis für ein Ökosystem mit solch empfindlichen Organismen. Hierzu legen wir Ihnen 15 Schritten nahe, wie wir es bei unserem Becken selbst auch gehandhabt haben.

  1. Salzwasser ansetzen – Sobald für das Aquarium ein geeigneter Stellplatz gefunden wurde, ist das Meerwasser anzumischen. Das mit Salz vermengte Osmose-Wasser wird daraufhin mit einem Refraktometer oder einem Aräometer auf seine Dichte überprüft. Hierbei sollte sich der Wert bei einer Wassertemperatur von 25°C zwischen 1,022 und 1,025 befinden. Sofern der Wert unter 1,019 oder über 1,027 liegt ist die Meerwassermischung ungeeignet. Nachdem das Salzwasser in das Becken eingefüllt wurde kann der Heizstab installiert werden.
  2. Steinfundament & Sand – Nun ist eine entscheidende Grundlage für das Meerwasser-Aquarium gegeben und es kann mit den ersten Schritten der Einrichtung begonnen werden. Bevor der Bodengrund, wofür entweder Aragonit, Korallenbruch (0,5-1mm), Korallensand oder Live Sand in Betracht kommen, eingefüllt wird, muss zuerst das tote Gestein, welches später als Fundament für das Riff dient, positioniert werden. Dieses ist vorher gründlich zu reinigen, weil ansonsten schädliche Substanzen in das Meerwasser gelangen können.
  3. Riffaufbau & Riffsäulen- Jetzt ist ein passender Untergrund geschaffen, sodass nun mit dem Aufbau des Riffes begonnen werden kann. Hierfür bieten sich Riffsäulen besonders gut an. Riffsäulen aus Lebendgestein können bereits während der Einlaufphase im Becken angeordnet werden. Allerdings kann eine Riffsäule auch aus totem Gestein konstruiert und noch nachträglich im Becken eingebracht werden, wenn sie daran denken eine passende Stelle im Becken vorzubereiten.
  4. Installation der Aquarientechnik – Folglich wird das Lebendgestein auf den dafür vorhergesehenen Flächen platziert. Außerdem können nun auch die Strömungspumpen, der Abschäumer, sowie die Beleuchtung installiert werden.
  5. Lebendgestein – Oft zerbricht beim Versand auch mal ein Stein. Der Querschnitt des Lebendgesteins sollte dann untersucht werden. Ist der innere Bereich des Steines blau, braun oder ansonsten dunkel angelaufen, könnte dies ein Anzeichen dafür sein, dass der Stein bereits schlecht ist. Ein solcher Stein darf unter keinen Umständen verwendet werden.
  6. Einfahrphase beschleunigen – Eine Anschaffung von Live-Sand ist nicht zwingend notwendig, denn es geht einfacher und besser. Das Leben aus dem Lebendgestein geht zwar auch auf den Bodengrund über, um das ganze aber zu beschleunigen, wird der noch unbelebte Korallensand mit Sand aus dem laufenden Becken eines Freundes oder auch aus dem Schaubecken eines Händlers aus Ihrem Wohnort angeimpft.
  7. Bakterien aus dem Reagenzglas – Optional ist es möglich dem Meerwasser eine gekaufte Bakterien-Mischung beizufügen, welche zu einer beschleunigten Einfahrphase führen kann, indem Sie dabei hilft schädliche Substanzen umzuwandeln. Die im Handel erhältlichen Bakterien sollen über einen längeren Zeitraum haltbar sein, da sie sich sozusagen im „Winterschlaf“ befinden. Solange nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung steht, verkapseln sich die Bakterien und sind dadurch auch über einen gewissen Zeitraum lagerfähig.
  8. Algenwachstum beobachten – Daraufhin heißt es abwarten und beobachten ob sich erste Faden- oder Kieselalgen und Braunalgen bilden. Dies kann zwischen zwei und vier Tage, manchmal auch etwas länger dauern.
  9. Einfahrbesatz bestellen – Währenddessen sollten bereits die Tiere für einen passenden Einfahrbesatz bestellt oder bei einem nahe gelegenen Händler erworben werden. Hierbei handelt es sich um einen Reinigungstrupp aus Einsiedlerkrebsen und Schnecken, welche besonders für den Bodengrund nützlich sind. Bei einem Nano-Aquarium reichen meist schon drei bis vier Krebse und eine Hand voll Schnecken aus, um das Nanoriff frei von Schadstoffen zu halten, wobei ein größeres Becken eine entsprechend größere „Cleaning-Crew“ für gute Wasserwerte benötigt.
  10. Wasserwerte testen – Bevor allerdings der Putztrupp in das Becken eingesetzt werden kann, ist es schon noch notwendig die Wasserwerte zu überprüfen, um eine artgerechte Haltung sicher zustellen. Generell ist speziell der Nitritwert in der Einfahrphase stark erhöht, weshalb dieser auch regelmäßig überprüft werden sollte. Erst wenn der Test tendenziell geringere Nitrit- und Amoniumgehalte aufweist, dürfen erste Tiere eingesetzt werden.

Nitrit im Meerwassers spielg aufgrund des PH Wertes eine eher unwichtige Rolle. Das Chlorid Ion steht nämlich in Konkurrenz mit dem Nitrit Ion und genau dieses Chlorid-Ion wird von unseren Tieren erst einmal bevorzugt aufgenommen. Das eigentlich größere Problem, das früher immer wieder falsch Interpretiert wurde: Nitrit bildet salpetriger Säure, welches sehr giftig werden kann. Der PH-Wert im Meerwasser unterbindet die Bildung zum Glück, so dass wir uns weniger sorgen machen sollten.

Auf lang Frist gesehen sollte der Wert trotzdem nicht mehr nachweisbar sein. Falls der PH Werts aus irgendeinem Grund abfallen sollte, besteht so auch kein Risiko mehr, dass überhaupt salpetrige Säure entsteht und unsere geliebten Fische angreifen könnte.

Ganz Nebenbei: Wirbellosen können Nitritwerte bis zu 100mg/l vertragen, ohne dass diese Vergiftungserscheinung zeigen. Bei den hohen Ammoniak und Nitrit in der Startphase könnten ansonsten eingeschleppte Lebewesen die Startphase überhaupt nicht überleben. Zum Glück überleben die meisten jedoch mühelos!

Im Optimalfalls sollten deine Werte am Ende also fast nicht mehr nachweisbar sein, wobei der Amoniumgehalt nicht mehr als 0,05 mg/l betragen und der Nitrinwert unter 0,02 mg/l liegen sollte.

  1. Algenwachstum weiterhin beobachten – Anschließend wird wieder abgewartet, bis die Algen von den Einsiedlern und Schnecken aufgefressen wurden. Diese vertilgen hauptsächlich frische Algensprosse, sodass hoch gewachsene Fadenalgen von Hand entfernt werden müssen. Auch Glasrosen können sich während dieser Phase zeigen.
  2. Bodengrund analysieren – Schnell siedeln die Lebewesen von qualitativ hochwertigem Lebendgestein auch in den Bodengrund über, welcher schön weiß aussehen sollte. Sind gleichwohl nach mehreren Wochen dunkle Bodenbeläge noch erkennbar, ist die Anschaffung von Nassarius Schnecken ratsam. Denn diese leben im Bodengrund und ernähren sich von Futterresten, die sonst zu gammeln beginnen würden. Zudem durchwühlen die Schnecken den Sand ständig, weshalb es für Algen auch nicht mehr möglich sein wird Fuß zu Fassen.
  3. Einsetzen einer Testkoralle – Hat der Reinigungstrupp gute Arbeit geleistet und die Algen aus dem Aquarium beseitigt kann endlich eine einzelne kleine Koralle eingesetzt werden. Diese dient neben dem Wassertest als Indikator für gute Wasserwerte und ist somit eine Testkoralle. Auf Grund der Tatsache, dass Korallen wesentlich empfindlicher sind als Fische, kann bei einer gesunden Testkoralle davon ausgegangen werden, dass sich auch die übrigen Tiere wohlfühlen werden.
  4. Beobachten der Testkoralle – Vorzugsweise wird als Testkoralle eine Weichkoralle verwendet, denn hier ist an deren Polypen deutlich erkennbar, in welchem Zustand sie sich befindet. Wenn diese nach mindestens einer Woche keine negativen Anzeichen aufweist und ihre Polypen weit ausgestreckt sind, ist die Einfahrphase abgeschlossen und der übrige Besatz kann nachrücken. Auch Fische und anspruchsvolle Korallenarten, wie beispielsweise Steinkorallen oder Anemonen und die mit ihnen in Symbiose lebenden Nemos, sollten erst nach einer erfolgreich überstandenen Einlaufphase eingesetzt werden.
  5. Ausbreitung von Kalkrotalgen – Letztendlich sollte noch die Bildung von Kalkrotalgen überwacht werden, welche sich flächig auf den Steinen ausbreiten und somit das Wachstum von schädlichen Algenarten und Cyanobakterien verhindern. Weiterhin können die betroffenen Stellen, bei vermehrten Schwierigkeiten mit Cyanobakterien, stärker angeströmt werden, was wiederum bewirkt, dass die Bakterien sich nicht mehr festhalten können. Dabei darf auf keinen Fall der Bodengrund mit der Strömungspumpe aufgewirbelt werden. Diese Bakterien siedeln sich vornehmlich auf Flächen an, welche noch nicht von nützlichen Meerwasserbakterien besetzt sind. Demnach ist ein Vorkommen an Kalkrotalgen ein weiteres Merkmal für eine abgeschlossene Einlaufphase, da diese ferner gute und stabile Wasserwerte sowie ausreichend Licht brauchen, um wachsen zu können. Sollten all diese Schritte beachtet werden, eignet sich das Meerwasser-Aquarium danach selbst für die Korallenzucht.

Der Zeitraum einer solchen Einführphase kann je nach Qualität des Lebendgesteins und unter äußerst guten Bedingungen bereits innerhalb von 14 Tagen durchlaufen sein. Durchschnittlich beträgt die Dauer hingegen eher vier Wochen.

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Effiziente Korallenzucht im Meerwasser Aquarium

Korallen könnten mit ihrer Vielfalt der Farben und Formen auch für Pflanzen gehalten werden, da sie häufig am steinigen Meeresboden festgewachsen sind. Deshalb werden die sessilen, koloniebildenden Nesseltiere auch als Blumentiere bezeichnet. Die Korallenstöcke sind eine verzweigte Ansammlung von einzelnen Tieren, wobei diese niedere Tierform nicht alle Kriterien erfüllt, welche sie von den Pflanzen unterscheidet, wie teilweise deren Beweglichkeit. Die Artenvielfalt der Korallen ist mit ungefähr 6000 verschiedenen Arten äußerst groß und die unterschiedlichen Gruppen sind nicht näher miteinander verwandt.

Die Gruppe der Steinkorallen spielt bei der Entstehung eines natürlichen Korallenriffes die entscheidendste Rolle, da sie durch Einlagerungen von Kalk Skelette ausbilden. An den Zweigspitzen der einzelnen Äste befinden sich bunte Polypen. Indem das abgestorbene Material von lebendigem Gewebe überwuchert wird, entwickelt sich über die Zeit hinweg ein Korallenriff. Über die Wasserströmung filtern die Korallen Nährstoffe und Spurenelemente aus dem Meerwasser. Jedoch beziehen besonders die Korallen, welche nahe der Wasseroberfläche angesiedelt sind, ihre Nährstoffe über die Photosynthese der Zooxanthellen, die in den Polypenzellen der Korallen eingelagert sind. Somit leben die Korallen in Symbiose mit den Zooxanthellen, welche in den Nährstoffhaushalt der Korallen fest integriert sind und die intensiven, sowie teilweise auch fluoreszierenden Farben im Gewebe der Koralle hervorrufen. In der Meerwasseraquaristik ist der Korallenbesatz ausschlaggebend für die Gesamtoptik des Aquariums. Hier werden häufig Weichkorallen, Gorgonien und Anemonen bevorzugt, wobei mit der modernen und effizienten LED Beleuchtung inzwischen auch die Haltung von Steinkorallen erleichtert wird.

Steinkorallen
Steinkorallen sind wirbellose Nesseltiere, die dem Meerwasser Calcium entziehen, um täglich mehrere Gramm Kalk herzustellen und Kalkskelette auszubilden. Hierdurch entstehen die Korallenriffe. Zwar sind die Salzwasserbewohner mit ihren Polypen dazu in der Lage Plankton aus dem Meerwasser zu fangen, allerdings ernähren sie sich hauptsächlich von dem Licht, welches die Zooxanthellen umwandeln. Es gibt zahlreiche Arten von Steinkorallen, wobei diese meist Stöcke ausbilden und festwachsend sind. Das Kalkskelett ist mit einer Schicht lebenden Materials überzogen. Dadurch, dass die Polypen durchgängig Kalk absondern und immer größere Stöcke entstehen, kann sich das lebendige Material immer weiter ausbreiten.

Mit unserer Aquariumbeleuchtung, die aus verschiedenfarbigen 1W High Power LEDs zusammengestellt wird und auf die Bedürfnisse der Korallen im Spektrum ideal ausgerichtet ist, stellt die Haltung der besonders lichtbedürftigen Korallen inzwischen kein Problem mehr dar. Für einen hohen SPS-Besatz reichen in der Regel 0,4W pro Liter aus, so dass der SPS-Zucht nichts mehr im Wege stehen sollte. Auch die Vermehrung über die Bildung von Korallenablegern ist relativ einfach, da diese lediglich vom Mutterstock fragmentiert werden müssen. Der abgebrochene Ableger der Mutterkoralle wird auf ein Stück Lebendgestein, am einfachsten mit Sekdungenkleber, geklebt und wächst unter guten Bedingungen, mit viel Licht und einer starken Strömung, zu einer neuen Koralle heran. Unterschieden werden die diversen Arten der Steinkorallen, neben der Form des Kalkskeletts, unter anderem durch die Größe ihrer Polypen. Dennoch ist es auf Grund der vielfältigen SPS-Erscheinungsformen oft nicht leicht eine Abgrenzung vorzunehmen.

Die Differenzierung der beiden Steinkorallen-Klassen ist zum Glück meist einfach, da man schon auf den ersten Blick anhand der beweglichen Gewebemenge im Relation zum Kalkskelett erkennen kann, ob es sich um eine LPS oder SPS handelt. Hierbei zählen diejenigen mit kleinen Polypen und massiveren Kalkskelett zu den SPS- Korallen (Small Polyp Scleractinians) und diejenigen, welche über größere Polypen und damit über mehr weiches Gewebe verfügen zu den LPS- Korallen (Large Polyp Scleractinians).

Die Haltungsanforderungen der einzelnen Korallen unterscheiden sich je nach Art, manche sind anspruchsvoller und empfindlicher als andere. Generell ist jedoch die Pflege der kleinpolypigen Steinkorallen um einiges aufwändiger, da diese höhere Ansprüche an die Wasserqualität und die technische Ausrüstung aufweisen, als die meisten großpolypigen Steinkorallen / LPS und andere Korallen. Auch die Wassertemperatur muss an die Ursprungsbedingungen der Riffbewohner angepasst werden (23-26°C). Besonders die Gattung der Acropora sind äußerst anspruchsvoll, allerdings ist dieser Aufwand auch lohnenswert, um den Anblick dieser intensiven Farbenpracht im eigenen Aquarium bewundern zu können.

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Foto: SPS Acropora – Originalbild von MaxLumen

Weichkorallen
Im Gegensatz zu Steinkorallen sind Weichkorallen um einiges pflegeleichter, da sie nicht nur generell widerstandsfähiger sind, sondern auch geringere Ansprüche an ihre Umgebung, auch im Bezug auf die Beleuchtung, stellen. Die „achtstrahligen Blumentiere“ sind auf der gesamten Welt in sämtlichen Meeren vorzufinden, wobei die meisten Arten tropisches Flachwasser bevorzugen. Jedoch sind auch in der Tiefsee noch einige Arten anzutreffen. Zwar gibt es auch bei den Weichkorallen zahlreiche Unterklassen, bei welchen Wuchsform, Farbe sowie die Haltungsbedingungen differenzieren, jedoch eignen sich Weichkorallen grundsätzlich sehr gut für den Einstieg in die Aquaristik. Sie verfügen nicht über ein festes Kalkskelett im Inneren, stattdessen bilden deren Polypen eine Gewebeschicht (Coenenchym) als Lebensmasse, welche durch kleine Kalknadeln (Sklerite) stabilisiert wird. Den Weich- und Lederkorallen gehören alle Korallenarten an, die über eine solche Gewebemasse verfügen.

Unter ihnen gibt es Arten, welche dazu in der Lage sind sich ihr Futter aktiv zu fangen. Andere beziehen ihre Nahrung, ebenso wie die Steinkorallen, über die Zooxanthellen. Dies ist abhängig vom Ursprungsgebiet der Korallen, wobei die in einem Riff mit sonnigen Flachwasser angesiedelten Korallen besonders lichtbedürftig sind. Speziell bei der Wahl des Stellplatzes im Becken ist dies zu beachten, denn die Zooxanthellen benötigen Licht, um über Photosynthese das Licht in Nährstoffe für die Korallen umwandeln zu können. Die Wuchsform der verschiedenen Klassen von Weichkorallen kann sehr unterschiedlich sein und sich dabei baumförmig, fingerförmig, verzweigt, lappig oder krustig entwickeln. Die Einzelpolypen besitzen acht gefiederte Fangarme und der Magenraum wird durch acht längs förmige Wände (Mesenterien) in acht Kammern eingeteilt.

Viele Weichkorallen weisen zusätzlich noch zurückgebildete Schlauchpolypen (Siphonozoide) auf, die dafür zuständig sind Wasser in den Körper hinein und wieder heraus zu pumpen, wodurch sich Weichkorallen strecken und verfestigen können, wie man es häufig bei pumpenden Xenien beobachten kann.

Gorgonien
Die Gruppe der Gorgonien oder auch Hornkorallen zeichnet sich lediglich durch ihre ähnliche Wuchsform, Polypen mit acht gefiederten Tentakeln und das hornartige Skelett aus. Es sind in etwa 1200 Arten zu verzeichnen, deren Farben und Formen sehr unterschiedlich sein können. Bevorzugt siedeln sich die festsitzenden, koloniebildenden Hornkorallen in der Karibik an, wobei sie in allen Meeren im Flach- und im Tiefwasser vorzufinden sind.

Einige ernähren sich ebenso wie die Stein- und viele Weichkorallen über Photosynthese. Viele Arten, wie z.B. die dunklen blauen oder violetten sind jedoch nicht für ein Riffaquarium geeignet, da sie nicht von Licht leben, sondern gefüttert werden müssen. Selten findet man ein Exemplar aus einer Nachzucht in dieser Farbe die ohne große Zufütterung von Staubfutter oder Plankton auskommt. Allerdings gibt es zahlreiche Gorgonien, welche sich ausgesprochen gut für die Haltung eignen. Darunter sind alle Arten, welche sich über Zooxanthellen ernähren, die Licht in Glycerin, Zuckerverbindungen und Aminosäuren umwandeln.

Die Polypen der Hornkorallen sind einander gleichwertig und durch Ausläufer (Stololen) miteinander verbunden. Der distale Teil der Koralle verfügt über sehr dünne Wände und kann sich in den Polypenkelch zurückziehen. Häufig können sich aber auch die Kelche selbst in unterschiedlichem Grad zurück ziehen, was als Scheinkelch bezeichnet wird.

Anemonen
Von den ungefähr 1000 Anemonenarten sind lediglich 10 Arten als Wirtstiere anerkannt:

Cryptodendrum adhaesivum (Noppenrand- oder Pizzaanemone), Entacmaea quadricolor (Blasenanemone, Kupferanemone), Heteractis aurora (Glasperlen- oder Sandanemone), Heteractis crispa (Lederanemone), Heteractis magnifica (Prachtanemone), Heteractis malu (Hawaianemone), Macrodactyla doreensis (Korkenzieheranemone), Stichodactyla gigantea (Riesenanemone), Stichodactyla haddoni (Teppichanemone), Stichodactyla mertensii (Mertens’ Riesenanemone)

Zu den im Meer einheimischen Gattungen gehören die Seeanemonen, von welchen besonders die Kupferanemonen bekannt sind, die Scheibenanemonen und die Krustenanemonen. Diese Aneomonenarten gehören wie alle Korallen der Klasse der Blumentiere an.

Diese Korallen leben in Symbiose mit einer speziellen Gattung von barschartigen Meerwasserfischen, wobei es 30 verschiedene Arten dieser Anemonenfische gibt. Für eine erfolgreiche Haltung von Anemonen sollte das Aquarium bereits stabilisiert sein, da diese empfindlich auf Schwankungen der Wasserwerte reagieren können. Jedoch benötigen sie nicht nur konstante Werte, sondern zudem ausreichend Licht, da ihnen dieses als Nahrung dient. Außerdem können sie sich von Futterresten der Zierfische ernähren und verfügen über ein Nesselgift. Anemonen brauchen also einen Standort mit genügend Platz, um umliegende Korallen nicht zu vernesseln und eine angemessener Helligkeit. Sollte ihnen ihr Standort nicht gefallen, sind einige Anemonen dazu in der Lage ihre Fußscheibe von dem Untergrund zu lösen und umher zu wandern, wobei sie sich einen neuen Standort aussuchen und anderen Korallen schaden können. Auch ist es möglich, dass sie sich unter solchen Umständen vermehren, indem sie sich teilen. Hierdurch versuchen sie bei schlechteren Bedingungen ihre Überlebenschancen zu erhöhen.

Vor dem Einsetzen in das Aquarium sollte die Anemone an die vorherrschenden Wasserparameter gewöhnt werden, wozu sich die Tröpfchentechnik empfiehlt, bei welcher über einen Zeitraum von mindestens einer halben Stunde nach und nach das Beckenwasser zu dem im Beutel vorhandenen Wasser hinzu gegeben wird. Eventuell sollte außerdem die Strömung für einen gewissen Zeitraum herunter geregelt oder ausgestellt werden, damit sich die Anemone an einem Standort befestigen kann und nicht im Aquarium umhertreibt. Schließlich sollte auch die Auswahl der Anemonenfische an die Größe der Anemone angepasst sein, damit sie nicht durch die Fische zerstört wird.

Beim Kauf einer Anemone ist zu beachten, dass die Mundscheibe geschlossen und der Fuß nicht verletzt sein sollte. Eine gesunde Anemone hat sich an einem festen Standort angesiedelt und sollte aufgepumpt sein.

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Geeignete Fische fürs Meerwasser Nano Becken

Für die Nanoaquaristik gibt es nur eine begrenzte Auswahl an Lebewesen, die sich in einem kleinen Nano-Aquarium überhaupt wohl fühlen können. Aus diesem Grund sollten Sie sich vor dem Kauf Gedanken über einen passenden Besatz machen.

Als erstes sollten Sie sich Schnecken und Einsiedler zulegen, während die Einfahrphase in Ihren Endzügen steckt. Nachdem alle Algen verschwunden sind, empfehlen wir Ihnen die erste Koralle einzusetzen. Beobachten Sie diese Koralle ein bis zwei Wochen. Wenn sie sich gut hält, solllte dem Einzug der Fische nichts mehr im Wege stehen.

Jedoch ist es ohne den richtigen tierischen Besatz kaum möglich ein naturnahes Meerwassaquarium problemfrei zu betreiben. Bedingt durch die Vorliebe der Schnecken und Einsiedlerkrebse für Algen können durch diese kleinen aber bedeutenden Tiere nicht nur bereits bestehende Algenprobleme unter Kontrolle gebracht, sondern diesen auch vorgebeugt werden,

Speziell bei einer Neueinrichtung treten zu Beginn häufig Schwierigkeiten mit Fadenalgen oder anderen Plagen auf, die allerdings mit Hilfe von Einsiedlern und Schnecken speziell bei einem Aquarium dieser Größenordnung schnell und effizient behoben werden können. Für ein Nanoaquarium mit einem Wasservolumen von 50 Litern werden zu Beginn jeweils eine Hand voll Schnecken und 3-4 Einsiedler empfohlen. Sollte das Algenproblem hierdurch nicht ausreichend eingegrenzt werden, so ist es möglich die Anzahl der „Reinigungskräfte“ auch vorüber gehend zu erhöhen.

Die Auswahl ist vielfältig: Viele Einsiedlerkrebse- und Schnecken-Arten kommen für die Haltung in Frage, wie z.B. der blaue Halloween-Einsiedlerkrebs, den Sie auch hier unten im Artikel auf dem Bild sehen. Nassarius-Schnecken sorgen dafür, dass der Boden immer sauber bleibt. Andere Schneckenarten fressen genau wie die Einsiedler am liebsten Algen.  Nachdem die „Putz-Crew“ alle Algenreste der Einfahrphase beseitigt hat, kann dann die bereits erwähnte Testkoralle eomgesetzt werden.

Bei den Korallenarten für die Haltung in einem Nanoriff sollten Sie in Betracht ziehen, dass einzelne Exemplare zu groß werden können, so dass diese einfach zerteilt oder umgelagert werden müssen. Deshalb sollte man bei der Positionierung der Korallen auch darauf achten, dass notfalls der Standort der Koralle geändert werden muss, um die beste Stelle im Aquarium für sie zu finden. SPS brauchen mehr Strömung als LPS. Röhrenkorallen und Ultra Zoas bzw. Krustenanemonen, Xenien und Weichkorallen können schnell wachsen und dadurch zu einer Gefahr für benachbarte Korallen werden. Eine Faustregel hat sich in der Vergangenheit bei mir leider schon öfter bestätigt: Die günstigere Koralle gewinnt im Kampf der Expansion.

Mit dem Einzug der LED Beleuchtung in die Nano Meerwasseraquaristik wird die Haltung von SPS Korallen im Nanobereich immer beliebter. Durch die erhöhe Lichtmenge und passendere Spektren der LED im Vergleich zu anderen Beleuchtungsmethoden, verzeihen die Korallen kleine Fehler eher. Früher musste man alle Parameter im Auge haben, mit effizienter LED Beleuchtung können Korallen allerdings mehr Energie aus dem Licht gewinnen und sind somit auch unter nicht perfekten Bedingungen standhafter. 

Bei der Auswahl des tierischen Besatzes sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die Beckengröße ausreichend für das entsprechende Tier ist. Um eine artgerechte Haltung zu gewährleisten, müssen die Größe des ausgewachsenen Tieres und die Bedürfnisse der Art an das Volumen des Aquariums angepasst sein. Speziell die Haltung von Zierfischen ist häufig erst ab einem Umfang von mindestens 50 Litern möglich.

Wirbellose

Je nach Beckengröße eignen sich nicht alle Tierarten als Besatz für ein solches Meerwasseraquarium, wobei besonders die letztendliche Größe des Tieres maßgeblich ist. Die Hohlkreuzgarnele mit einer Größe bis zu 2,5cm kommt bereits mit 20 Litern Wasservolumen aus und ist daher speziell für kleine Nanoaquarien sehr nützlich. Der Pistolen- oder Knallkrebs hingegen kann eine Größe bis zu 5cm erreichen und folglich erst in größeren Becken mit einem Wasservolumen ab 50 Litern gehalten werden.

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Foto: Steve Childs – Flickr: Gobi and shrimp (Pistolenkrebs)

Bei Einsiedlerkrebsen können die Größen je nach Art variieren. Der Blaubein- Einsiedlerkrebs erreicht lediglich eine Größe von 2cm, wobei Einsiedlerkrebse eine Größe von 3cm generell nicht überschreiten, sodass diese Krebse sich grundsätzlich für ein Nanoaquarium ab 30 Litern eignen.

Auch die Napfschnecke stellt mit einer Größe von 2,5cm einen möglichen Tierbesatz für ein Beckenvolumen ab 30 Liter dar. Die Turboschnecke mit 4cm und die Nassarius-Schnecke mit 5cm Körpergröße können stattdessen erst in Aquarien mit mindestens 50 Litern Wasservolumen gehalten werden.

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Fafner: Calcinus elegans (Blauer Halloween-Einsiedlerkrebs – in einem rundlichen Schneckengehäuse einer Turboschnecke)

Generell ist die Haltung dieser Tierarten recht einfach, wobei zu beachten ist, dass sich Einsiedlerkrebse regelmäßig häuten und dann eine größere Behausung brauchen. Um den Einsiedlern in ihren verschiedenen Wachstumsphasen einen Unterschlupf bieten zu können, sollten beim Händler Einsiedlerhäuschen erworben werden, weil sie sich ansonsten gegenseitig bekämpfen würden um das größte Haus zu bekommen.

Fische

Vorwiegend empfiehlt es sich bei der Wahl von Fischarten für ein Meerwasseraquarium dieses Volumens verschiedene Grundeln einzusetzen. Beispielsweise sind verschiedene Trimma-Grundeln in einer Gruppenhaltung empfehlenswert. Die Trimma benjamini oder auch Korallengrundel ist mit einem Körperumfang von 2-3cm praktisch für Becken ab 40 eher ab 50 Liter. Für kleinere Nanoaquarien ab 25 Liter käme lediglich die Eviota pellucida in Betracht.

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Foto: Claude Schuhmacher, Harald Mülder, Manuela Kruppas und Robert Baur-Kruppas: 

Zwerggrundeln der Gattung Eviota species

Diese Pellucida Pygmänen-Grundel wird nur 2,5-3cm groß, benötigt nicht allzu viel Platz und kann auch Paarweise gehalten werden. Im Gegensatz dazu benötigen die Elacatinus figaro (Neongrundel), die Stonogobiops nematodes (Lanzen Symbiosegrundel) und die Gobiodon okinawae (Gelbe Korallengrundel) mit Körpergrößen zwischen 3 und 6cm ein Aquarium mit einem Volumen ab mindestens 60 Liter.

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Foto: Jenny: Gobidon okinawae1 (Gelbe Korallengrundel)

Korallen

Wie bereits erwähnt sind hier die Möglichkeiten wesentlich vielfältiger, da die Korallen in ihrem Wachstum überprüft und gegebenenfalls zerkleinert werden können.

Foto: Originalbild von MaxLumen (Ultra Zoa Krustenanemone)

Somit wäre dafür gesorgt, dass die Korallen in einer artgerechten Umgebung gehalten werden und zudem können hierdurch Ableger nachgezüchtet werden. Hierfür sind besonders gut verschiedene Scheibenanemonen oder auch Krustenanemonen geeignet.

Foto: Originalbild von MaxLumen (Briareum hamrum – Grüne Röhrenkoralle)

Auch von der grünen Röhrenkoralle, der Straußenfederkoralle und der buschförmigen Rindenkoralle kann so ohne viel Aufwand eine Nachzucht gebildet werden. Bei der grünen Röhrenkoralle sollte man übrigens ein wenig auspassen, dass man diese nicht mitten im Riffaufbau positioniert, da diese wirklich rasant wachsen kann und nur durch den passenden Riffaufbau eingedämmt wird, bevor irgendwann alles nur noch wie eine riesige, grün-leuchtende Wiese aussieht.

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7 Probleme mit Bodengrund im Meerwasseraquarium

Mittlerweile tendiere ich dazu überhaupt keinen Sand zu verwenden, denn es kann immer mal passieren, dass eine Koralle umfällt, weil sich ein Fisch gerade erschrocken hat oder Schnecken und Einsiedler es in der Nacht mal wieder etwas zu wild getrieben haben. Wenn diese Umfällt, dann geht auch schnell, zumindest bei mir als noch Sand im Becken war, schnell das Gewebe verloren, weil Mirkoorganismen im Sand sich schnell daran bedienen.

In mein nächstes Aquarium werde ich, wenn überhaupt nur eine sehr dünne Schickt mit sehr großkörnigen Sand ansetzen um verschiedene Probleme einfach zu vermeiden.

Als ich vor vielen Jahren in die Meerwasseraquaristik einstieg, war ich mir zunächst nicht wirklich sicher für welchen Bodengrund ich mich entscheiden sollte. Die Auswahl ist vielfältig von Live-Sand, Korallensand, Korallenbruch, über Aragonit-Sand (Eng. = Aragonite) oder Quarzsand, welcher ursprünglich aus der Süßwasseraquaristik stammt und in sämtlichen Formen, Farben und Größen erhältlich ist.

Nach kurzer Recherche war klar, dass Quarzsand für Meerwasseraquarien definitiv nicht in Frage kommt, da sich im Quarzgestein Silikat-Verbindungen befinden können, die sich im Meerwasser lösen und so zum Wachstum von teilweise giftigen Dinoflagellaten führen können. Diesen Fehler konnte ich mir als Anfänger in der Meereswelt also schon einmal ersparen.

Quarzsand im Meerwasser
Auf verschiedenen Portalen fand ich schnell Korallensand zu einem erschwinglichen Preis, was sich jedoch erst Monate danach als großer Fehler herausstellte. Bei dem Sand, welchen ich erworben hatte, handelte es sich um 2-3mm feinen Korallenbruch, den ich in einer Höhe von fast 10cm in mein Würfelbecken einfüllte, wobei es sich um reichliche 30 kg handelte.

Für diese große Menge Sand hatte ich damals als Anfänger viel zu wenig Nassarius Schnecken, Baggergrundeln, grabende Seesterne oder Sanddollar im Bodengrund, welche ständig dafür sorgen, dass der Grund in Bewegung bleibt und vor allem auch alle Futterreste und Fäulnisherde beseitigt werden. Schnell sammelte sich zwischen dem groben Korallenbruch der Dreck und nachdem das Becken lediglich innerhalb der Wohnung umzog, kippte es schließlich. Der Bodengrund wurde dadurch zu sehr bewegt und zu viele Schadstoffe auf einmal im Wasser freigesetzt. Besonders folgenreich war dies für meine Korallen, welche sehr darunter litten. Nur wenige Exemplare überlebten bedauerenswerter Weise, jedoch besitze ich immerhin noch einige wenige Korallen aus dem ersten Becken.

Zu grober Korallenbruch (> 2mm)
Zu viel Sand
Zu wenig Leben im Bodengrund

Ich sage nicht, dass es unmöglich sei ein Becken mit groben Sand und einer großen Menge, also über 2 cm Höhe zu betreiben – dann allerding nur mit entsprechenden Lebewesen, die den Sand immer schön sauber halten.

Korallensand-3mm-Meerwasser

Zu große Menge an grobem Korallenbruch ohne die passende Reinigungstruppe, welche sich im Boden aufhält und zudem noch eine Glasrose. So sollte es nicht sein.

Die Katastrophe war also perfekt, mein erstes Meerwasseraquarium hatte den anfänglichen Glanz verloren und verwandelte sich in eine braune Brühe. Deshalb besorgte ich mir bei ebay ein gebrauchtes Becken um nocheinmal neu zu starten. Mit dem alten Lebendgestein aus dem Katastrophenbecken, welches ich vorher noch gründlich abspülte, begann ich von vorne. Ich besorgte mir diesmal 0,5-1mm feinen Korallensand, was sich schnell schon als weiterer Fehler erweisen sollte. Meine Grundel baggerte den ganzen Tag fröhlich umher und verteilte den feinen Sand im gesamten Becken, wodurch sich auch wegen der Strömung die Sicht nicht gerade verbesserte.

Zu feiner Bodengrund
Als ich schließlich durch Zufall an Live-Sand, der sich noch 24h zuvor im Roten Meer befand herankam, füllte ich Ihn mit viel Freude in mein Becken und konnte beobachten wie viele kleine Würmer sich im vorhanden Sand verbreiteten. Falls Ihr Live-Sand verwendet, reicht in der Regel schon eine kleine Menge (~10%) Livesand aus. Die Lebewesen im Sand können sich sehr schnell ausbreiten.

Zu viel Livesand (unnötiger Kostenfaktor)
Oft findet man auch schwarzen Korallensand aus Bali oder Indonesien, wobei ich von schwarzem Korallensand abrate, da hierbei einfach zu viel Licht geschluckt wird und das den Wirkungsgrad eures Ökosystems schmälert.

Dunkler Sand
Fazit: Meinen Freunden und mir sind diese Fehler schon selbst unterlaufen, was dazu geführt hat, dass teilweise ganze Becken neu aufgesetzt werden mussten. Anfängern empfehle ich hellen 1-2mm feinen Korallenbruch bzw. Korallensand oder auch Aragonitsand, welchem man auch Live-Sand beimischen kann, falls man ihn in dieser Korngröße bekommt. Eine Sandhöhe von ca. 2 cm reicht völlig aus und verhindert außerdem die Gefahr, dass Riffaufbauten durch ein zu weiches Fundament zusammenstürzen.

Vorteil beim Aragonitsand ist übrigens, dass der Kalk, welcher diesem seine kristaline Struktur verleiht, dadurch das Licht besonders gut reflektiert und somit heller als Korallenbruch wirkt.

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Algenplage im Meerwasser & algenfressende Fische

Grundsätzlich ist es immer besser die Ursache von Algenplagen zu bekämpfen, anstatt nur die Symptome zu bekämpfen. Oft liegt der Herd in strömungarmen Gegenden begraben, wo sich Dreck schnell sammelt und nicht abgesaugt werden kann. Denn Algenplagen sind ansonsten der Feind eines jeden Meerwasseraquarianers! Wenngleich den Algen eine enorme Stellung in der Korallenriffökologie zukommt, stellen sie sich in der Aquaristik oft als Plage heraus. Einerseits werden durch sogenannte Aufwuchsalgen substanzielle Elemente wie Phosphat und Stickstoff in den Nahrungskreislauf eingebracht, ebenso sind zooxanthellate Korallen auf symbiotische Algen angewiesen, andererseits kann unverhältnismäßiges Algenwachstum in einem Meerwasseraquarium zu anhaltenden Schwierigkeiten führen und besonders die empfindlichen Korallen gefährden.

Bekanntlich gibt es jedoch Mittel und Wege zur Bekämpfung der unerwünschten Algenausbreitung auf biologische Weise. Mit dem entsprechenden tierischen Besatz, so heißt es, seien die Algen gut unter Kontrolle zu halten. Doch wie in nahezu jedem die Meerwasseraquaristik betreffenden Thema, ist es nicht ganz so simpel, denn es gibt einige relevante Hinweise zu beherzigen, damit diese Aussage auch wirklich zutrifft.

Wasserwerte:
Bei einem Algenproblem ist es zunächst einmal von Nöten die Ursache für das übermäßige Algenaufkommen im Aquarium heraus zu finden. Wahrscheinlich ist in einem solchen Fall ein erhöhter Gehalt an Nährstoffen feststellbar. Eine Nitratkonzentration von 20 mg/l und ein Phosphatwert von über 0,2 mg/l stellen bereits eine gute Basis für das Gedeihen der Algen dar, weshalb diese Werte regelmäßig überprüft werden sollten.

Zu hohe Konzentrationen dieser Substanzen, in Ergänzung mit einer Quelle für Kohlenstoff, wie einem Kalkreaktor, Karbonaten oder Balling-Reagienzien, erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch von Fadenalgen eminent. Kommen hier nun noch Spurenelemente wie Eisen hinzu ist der Nährboden für Algen in dieser Kombination ideal.

Daher ist es vorerst entscheidend die Wasserwerte wieder auf ein angemessenes Level herunter zu regulieren, wozu ein effektiverer Abschäumer empfehlenswert wäre oder auch ein Adsorptionsfilter für Phosphat. Neben der Kontrolle des Wassers für den Teilwasserwechsel, welches von vorne herein für den Gebrauch ungünstig sein könnte, sollte auch der Fischbestand im Verhältnis zu der Größe des Aquariums überprüft werden, da eventuell zu viele Fische gepflegt und artgerecht versorgt werden müssen, was wiederum die erhöhte Nährstoffkonzentration bedingt. Der Phosphatwert sollte generell unter 0,1 mg/l liegen, der Nitratgehalt sollte indessen nicht über 10 mg/l betragen, aus welchem Grund die Anzahl der Tiere darauf abgestimmt sein sollte.

Herbivore Fische:
Häufig werden herbivore Zierfische, also Fische, die sich unter anderem von Algen ernähren, im Aquarium gepflegt, um die Algen im Zaum zu halten. Allerdings sollte deren Verpflegung eben nur unter anderem aus Algen bestehen, denn diese Tiere leben meist von pflanzlicher und tierischer Nahrung. Demnach benötigen sie entsprechendes Zusatzfutter für eine ausgewogene Ernährung und eine artgerechte Haltung.

Zwar fressen diese nützlichen Artgenossen auch Algen, hierbei handelt es sich jedoch fast immer um Fadenalgen (Bryopsis, Derbesia), welche zudem noch jung und frisch sein sollten. Kaum ein Fisch vergreift sich an einem braunen Algenteppich, welcher möglicherweise bereits von Cyanobakterien besiedelt wird. Ist die Plage von Fadenalgen fortgeschrittener, so kann auf biologische Weise, mit Hilfe von Fischen, nur begrenzt entgegen gewirkt werden. Wenige Fische verfügen über ein Verdauungssystem, mit welchem sie aus einer Alge genügend energetische Substanzen gewinnen können und daher weniger Zusatznahrung benötigen. Hierzu zählt neben dem Kaninchenfisch auch eine spärliche Anzahl von Doktorfischen der Gattung Naso.

Tatsächlich bildet der Kaninchenfisch der Familie Siganidae, zusammen mit einigen Nasendoktorfischen, eine Ausnahme. Denn es ist möglich ihn nahezu vollständig von Algen zu versorgen. Obwohl er ohne geeignete Zusatzkost zwergwüchsig wäre, würde er im Gegensatz zu anderen Fischen nicht daran zu Grunde gehen, stattdessen jedoch klein und kümmerlich bleiben. Dies bewahrheitet sich gleicherweise bei verschiedene Nasendoktoren.

Möglicherweise ernährt sich der Naso lituratus im Roten Meer vornehmlich von großen Tangblättern, dennoch nutzt er in seiner natürlichen Umgebung das vielseitige Nahrungsangebot und so benötigt auch ein Nasendoktor tierische Zusatzkost, für eine gesunde Ernährung. Immerhin trifft die Bezeichnung „Algenfresser“ für den Naso lituratus, sowie den Kaninchenfisch vielmehr zu, als für die anderen Arten, welche als Algenvertilger angepriesen werden.

Brian-Gratwicke-Orangespine-Unicornfish-Naso-lituratus-480Foto: Orangespine Unicornfish – Naso lituratus – Brian Gratwicke

Selbst in einem natürlichen Korallenriff fressen die Fische Fadenalgen und sogar Caulerpa racemosa, trotzdem verzehren sie dabei immer wieder darin sitzende Schnecken, winzige Krebse, Würmer und andere kleine Tierchen. Letztendlich ist eine erhebliche Anzahl der herbivoren Fischarten zur Vorbeugung von Algenplagen förderlich, dies hingegen nur in Zusammenwirken mit einer qualitativ hochwertigen Technik und einer guten Wasserchemie.

Doktorfische:
Zahlreiche Doktoren werden als Algenfresser gerühmt, beispielsweise Salarias-Arten, Zebrasoma flavescens oder auch Acanthurus, wobei diese naturgemäß im Korallenriff ein reichhaltiges Nahrungssortiment vertilgen und es sich folglich bei ihnen um Allesfresser handelt. Auch den Fischen weniger Futter zu geben, würde sie wohl kaum dazu bewegen mehr Algen zu fressen. Einzig die ganz frischen und jungen Triebe würden sie noch abernten, bevor sie langsam verhungern.

Angesichts der modernen Aquarientechnik, ausgelegt für die Pflege von Steinkorallen, ist das Wasser vergleichsweise nährstoffarm, so ist es gesunden Fadenalgen hier selten möglich über längere Zeit zu bestehen. Vielmehr sind höhere Algen, wie etwa Caulerpa widerstandsfähiger und vermehrungsfreudig. Allerdings wird eine ernsthafte Algenplage ohnehin schwerlich mittels der Doktorfische zu bekämpfen sein, da deren Anforderungen an das Nahrungsangebot nur durch Algen nicht Genüge getan wird.

Nichtsdestoweniger gehören sie zu den drei Fischarten, welche vornehmlich zur Bekämpfung von Algen eingesetzt werden, da sie ein vergleichsweise hohes Interesse an dem Verzehr von Algen aufweisen. Häufig werden sie als erster Fisch zum Abschluss der Einfahrphase eingesetzt. Erhalten sie eine Verköstigung durch geeignetes Zusatzfutter, zupfen sie sicherlich zwischendurch an einigen frischen Algentrieben, auch wenn dies im natürlichen Meerwasser eher vereinzelt zu beobachten ist.

Lediglich der Kuhkopf-Doktorfisch (Naso lituratus) würde sich an alte Büsche von Fadenalgen heranwagen und frisst diese, stellt den Meerwasseraquarianer jedoch vor die Problematik eine Größe von bis zu 45 cm zu erreichen. Das Volumen eines üblichen Riffaquariums würde insofern nicht für den Kuhkopf-Doktorfisch ausreichen, sodass bereits beim Kauf klargestellt werden sollte wo der Fisch daraufhin untergebracht wird. Besonders begehrt unter den Doktorfischen ist die Familie Acanthuridae, um den Algenwuchs einzudämmen.

Weitere beliebte Arten sind der äußerst bekannte Gelbe Seebader (Zebrasoma flavescens) und der Gelbschwanz-Seebader (Zebrasoma xanthurum), sowie der Graubraune Seebader (Zebrasoma scopas). Im Gegensatz zu vielen anderen Acanthurus-Arten, welche mit über 35 Gattungen die größte Gruppe ausmachen, entfalten die Zebrasoma-Arten kein allzu großes Aggressionspotential und können daher auch in kleinen Gruppen gehalten werden. Weiterhin gehören die Acanthurus-Arten zu den eher anfälligeren Doktorfischen und dürfen erst in biologisch stabile, Aquarien eingesetzt werden. Im Hinblick auf Fischkrankheiten wie parasitäre Hauterkrankungen sind sie ebenso empfindlich wie der Paletten-Doktorfisch.

Nur bedingt ist mit Hilfe der Acanthurus-Arten das Algenwachstum zu kontrollieren, wie bereits erwähnt fressen sie eher die jungen Fadenalgen und benötigen obendrein Zusatznahrung. Allerdings sind sie nützlich um den Bewuchs einzuschränken und Zebrasoma-Arten können auch bei Problemen mit Kugelalgen äußerst hilfreich sein, wozu ferner jede Menge Geduld notwendig ist. Wer kurzfristig mit Ergebnissen rechnet, der wartet vergeblich.

Obschon der Paletten-Doktorfisch (Paracanthurus hepaltus) ebenfalls sehr begehrt ist, handelt es sich bei ihm eher um einen Planktonfresser, welcher erst dann auf Algen zurückgreift, wenn ihm kein Plankton zur Verfügung steht. Entsprechend ist er nicht der geeignetste Algenfresser.

Außerdem ist er überaus anfällig für Hautparasiten, was sich an weißen Belägen, Punkten und dem Abscheuern der Kiemendeckel feststellen lässt. Tiere der Gattung Ctenochaetus ob Ctenochaetus strigosus oder Ctenochaetus striatus, sind wesentlich widerstandsfähiger als die meisten Acanthurus-Arten und eignen sich mit einer Größe zwischen 18 und 20 cm besser für ein herkömmliches Riffbecken.

Kaiserfische:
Gleichermaßen werden Arten aus anderen Gattungen als sogenannte Algenfresser dargestellt, obwohl dies nur teilweise zutrifft, wie im Fall der Kaiserfische. Ausschließlich bei außerordentlich starkem Hunger würden diese auf pflanzliches Futter zurückgreifen, zumal dies als Nahrungsgrundlage für Kaiserfische nicht ausreichend ist und sie es nur sporadisch zu sich nehmen.

Zugegebenermaßen handelt es sich bei ihnen auch um algenfressende Fische, neben den Doktorfischen ist deren Effizienz zur Bekämpfung eines Algenrefugiums jedoch eher gering. Zu den fünf populärsten Arten gehören der Chaetodontoplus, Apolemichthys, Zwergkaiserfische Paracentropygene und Centropyge, der Pfaunenaugen-Kaiserfisch Pygoplites diacanthus und der Pomacanthus. Der Lyra-Kaiserfisch Genicanthus gilt vielmehr als Planktonfresser und neigt weniger dazu Algen zu fressen. Bei anderen Kaiserfisch-Arten hingegen stellt häufig bereits die Größe im adulten Stadium ein Ausschlusskriterium zur Haltung dar.

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Foto: Blaukopf-Kaiserfisch (Pomacanthus xantometopon) – Norbert Potensky

Fische wie der Imperator-Kaiserfisch (Pomacanthus imperator), welcher bis zu 38 cm groß wird, der Ringkaiserfisch (P. annularis) mit einer Länge von 45 cm oder auch der Koran-Kaiserfisch (P. semicirculatus) welcher ein Ausmaß von 35 cm erreicht, können in Riffaquarien mit einem üblichen Umfang nicht gepflegt werden.

Überdies sollte berücksichtigt werden ob der gewünschte Fisch sich an den schon vorhandenen Korallen vergreift, da einige dies hin und wieder gerne tun. Speziell großpolypige Steinkorallen (LPS) sind hierbei gefährdet, während den kleinpolypigen Steinkorallen (SPS) weniger Beachtung geschenkt wird. Diesbezüglich unproblematisch scheinen der Dreipunkt-Kaiserfisch (Apolemichthys trimaculatus), sein Verwandter der Goldtupfen-Kaiserfisch (A. xanthopunctatus) und schließlich der Blaustreifen-Kaiserfisch (Chaetodontoplus septentrionalis) zu sein. Bei der Aufnahme von Algen geht es den Fischen andererseits mehr um kleine Wirbellose, welche sich zwischen ihnen ansiedeln.

Schleimfische:
Mit 58 Gattungen und über 390 bekannten Arten ist die Familie der Schleimfische äußerst umfangreich. Zahlreiche Artgenossen zupfen gerne an Algen herum, indessen vergreifen sich manche von ihnen zudem an Korallenpolypen oder beißen in die Mantellappen von Riesenmuscheln, wie einige Ecsenius-Arten. Besonders der Salarias fasciatus kommt in vielen Aquarien zu kurz und leidet darunter, bei ausschließlicher Ernährung durch Algen, nur sehr langsam dahin zu scheiden.

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Foto: Grauer Schleimfisch (Paralipophrys trigloides) – Photo by Stefano Guerrieri

Der Schleimfisch soll bekanntlich die Scheiben algenfrei halten. Weniger bekannt ist hierbei, dass er auf Fadenalgen angewiesen ist, da er Caulerpa-Algen nicht verdauen kann und zusätzlich noch tierische Nahrung benötigt. Ferner ist unklar ob nicht erstrangig die darauf lebenden Organismen wie Bakterien verwertet werden. Unter ihnen sind farblich überaus ansprechende Zierfische. Der Sternchen-Schleimfisch (Salaris ramosus), welcher sich vorzugsweise zwischen den Tentakeln der Lederkorallen verkriecht, ist einer von ihnen. Um den Bewuchs von Fadenalgen einzudämmen wäre wohl der Juwelen-Felshüpfer Salaris fasciatus am tauglichsten.

Nicht nur, dass diese auch wuchernde Algenrefugien von Fadenalgen verputzen, werden sie darüber hinaus im Becken paarweise gehalten, ist die Balzfärbung des Männchens bemerkenswert schön anzusehen. Keinesfalls dürfen gleichgeschlechtliche Tiere gehalten werden. Sie würden in dauerhafte Konkurrenz zueinander stehen und sich gegenseitig erheblichen Schaden zufügen. Grundsätzlich sollten all diese Zierfische nicht aus dem einen Grund gepflegt werden die Algen zu vernichten. Vielmehr sollte diese nützliche Eigenschaft ein zusätzlicher Bonus sein.

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Foto: Seeschmetterling (Blennius ocellaris) – Etrusko25

Die Umgebung sollte den Ansprüchen der jeweiligen Art genügen, was obendrein eine Voraussetzung für faszinierende Beobachtungen des natürlichen Verhaltens bildet. Das ausreichende Vorhandensein von genügend pflanzlicher und tierischer Nahrung ist eine weitere, wenn alle Algen gefressen wurden brauchen die Tiere Ersatzfutter.

Andere Arten:
Nur durch Beobachtungen allein ist nicht deutlich erkennbar wovon genau sich die Fische ernähren, viele Arten werden für Algenfresser gehalten, obwohl sie weniger zu dieser Gruppe hinzu zu zählen sind. Ein hungriger Falterfisch (Chaetodontidae), welcher teilweise als guter Planktonjäger gilt und viel umhertreibendes Grünzeug aufnimmt, würde sich wohl eher an den Korallen vergreifen, bevor er langsam verhungert.

Dem Algenwachstum wäre somit kein Ende gesetzt. Selbst die vielzähligen größeren und einige der kleineren Riffbarsche wie Demoisellen oder Chrysipteren, welche unbeirrt ein Algenrefugium verteidigen, tun dies meist nicht um die Algen selbst, sondern die darin lebenden kleinen Krebse und Würmer für sich zu sichern.

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Foto: Maiden Schläfergrundel (Valenciennea puellaris)

Ähnlich ergeht es den Grundeln, speziell den Phalaena-Grundeln, welche durch das Umschichten der Sandböden oder auch der Überzüge des Riffgesteines den Eindruck erwecken, als würden sie die unerwünschten Wucherungen verzehren, dabei sind sie vergleichbar mit einem Goldgräber auf der Suche nach einem Schatz im Dreck. Sie schaffen die unbekömmlichen Stoffe zur Seite, um darunter verborgene Nahrung zu finden oder kauen diese notfalls durch. Insofern ist es als Aquarianer immer besser sich im Voraus über die verschiedenen Bedürfnisse der zu pflegenden Fische zu informieren und zu überprüfen ob eine artgerechte Haltung gewährleistet werden kann.

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Strömung im Meerwasseraquarium

Neben der Beleuchtung ist die Strömung ein wichtiger Faktor, der bei der Einrichtung eines Meerwasseraquariums beachtet werden muss. Durch Strömungspumpen muss für die notwendige Bewegung im Aquarium gesorgt werden.

Eine diffuse Strömung ist immer am besten um ein schnelles Korallenwachstum zu fördern. Korallen oder Anemonen schwimmen nicht im Wasser umher, um sich ihre Nahrung zu fangen und müssen daher genügend sauerstoff- und nährstoffreiches Wasser zugeführt bekommen.
Zusätzlich sind Meeresbewohner, durch die Evolution bedingt, eine anhaltende Strömung und genügend Licht gewohnt und brauchen diese Kriterien, um sich wohlfühlen zu können.
Aus diesen Gründen sind Strömungsrichtungen für ein intaktes Meerwasserbecken unvermeidbar.

Denn die Strömung befördert Nährstoffe und Sauerstoff für die Lebewesen, wobei zudem die entstehenden Abfallstoffe der Korallen abtransportiert werden.
Je nach Korallenart benötigen diese weniger oder mehr Strömung.

Kleinpolypige Steinkorallen sind beispielsweise eine starke Strömung gewohnt, wobei die Strömung der Wuchsform der Koralle angepasst werden muss.
Acroporen sind die artenreichste Gattung der Steinkorallen und je nachdem ob es sich um dickästige oder filigranästige Acroporen handelt sind sie von starken beziehungsweise weniger starken Strömungsverhältnissen abhängig.
Auch bei einem Weich- oder Lederkorallenbesatz gilt, dass die Strömung erhöht werden sollte, je größer deren Stöcke werden. Hinzu kommt, dass sich viele Arten auch regelmäßig „häuten“ was zum Wachstumsprozess dazugehört. Die Strömung sollte stark genug sein, um das abgestorbene Material von der Koralle zu trennen, so dass die Polypen wieder freie Bahn haben.
Gorgonien mögen oft starke Strömung und können mit einem erhöhten Abstand von min. 50cm auch direkt anvisiert werden.

Da die meisten der von uns gepflegten wirbellosen Tiere aus der Gezeitenzone stammen, benötigen sie ebenfalls viel Wasserbewegung. Schließlich sind auch niedere Tierarten auf diese angewiesen um optimal wachsen zu können.

Grundsätzlich muss bei der Platzierung einer Koralle beachtet werden, dass sich keine Beläge wie z.B. Sand an der Koralle festsetzen können, wodurch ihr Gewebe absterben würde. Dies könnte außerdem eintreten, wenn die Steinkoralle direkt angeströmt wird, wodurch das Gewebe infiziert werden kann. Die Koralle verliert an der betroffenen Stelle ihre ursprüngliche Farbe, die Polypen bleiben zusammengezogen und können Ihrer üblichen Arbeit, dem ernten von Lichtstrahlen nicht nachkommen, wodurch die Nährstoffversorgung beeinträchtigt wird.

Je größer die Korallen werden, desto höher wird auch die benötigte Strömungsleistung, welche man an die Stärke des Korallenbesatzes anpassen und hierzu entsprechend vom Richtwert nach oben hin abweichen muss.

Eine Richtlinie für die Strömung liegt bei einer 20- bis 30-fachen Umwälzung des Wassers, was besonders bei der Haltung von SPS- Korallen notwendig ist. Sollte der Besatz jedoch lediglich aus LPS- Korallen bestehen, so ist eine 10- bis 15-fache Umwälzung ausreichend. Wenn Korallenarten gehalten werden, welche unterschiedliche Ansprüche an die Strömung haben, sollten die licht- und strömungsbedürftigen SPS- Korallen weiter oben im Aquarium platziert werden, wo die Strömung stärker ist. Die LPS- Korallen hingegen können im unteren und ruhigeren Bereich angesiedelt werden. Für ein Beckenvolumen von 300 Litern wird also je nach Besatz eine Gesamtleistung der Strömungspumpen von 3000 – 9000 l/h benötigt. Um eine möglichst diffuse Strömung zu erzielen, sollten mehrere Strömungspumpen eingesetzt werden.

Eine Möglichkeit wäre die zwei Pumpen in entgegengesetzten Ecken des Aquariums anzubringen und deren Strömungsrichtungen in die jeweils entgegengesetzte Richtung verlaufen zu lassen, was als Ringströmung bezeichnet wird. Optional können auch zwei Pumpen in den hinteren Ecken montiert und auf die Mitte der Frontscheibe ausgerichtet werden. Für eine gleichmäßige Strömung sollte am besten etwas ausprobiert werden, an welchen Plätzen die Pumpen angebaut werden.
Ich bin übrigens ein Fan von Hydor Koralia Strömungspumpen, die nicht nur einen Strahl wie die Tunze Nanostream Modelle erzeugen, sondern die Strömung vom Ausgangspunkt sehr flächig Verteilen, wodruch ein schönes diffuses Strömungsbild möglich wird und dabei einen ähnlich geringen Stromverbrauch haben.

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Fütterung im Aquarium

Leider habe ich oft schon von meinen Freunden gehört, dass es die Urlaubsvertretung bei der Fütterung doch zu gut meinte. Daher rate ich allen, die bald in den Urlaub gehen, diesen Punkt durch das richtige Vorportionieren oder einem nicht zu sehr gefüllten Futterautomaten (z.B. Rondomatic 400) entgegenzuwirken.

Für einen Aquarianer stellt das „richtige“ Füttern der Zierfische eine maßgebliche Komponente zu der Erhaltung eines so empfindlichen Ökosystems dar. Denn die entsprechende Futtermenge heraus zu finden kann über den Erfolg oder auch Misserfolg in der Meerwasseraquaristik entscheiden. Viele meinen es einfach zu gut mit Ihren Fische und füttern einfach zu viel.

Wie vermeide ich „Überfütterung“?
Einige Faktoren wie die Anzahl und Arten der Fische, das Beckenvolumen und auch das verwendete Abschäumermodell bestimmen darüber, welche Menge an Futter letztendlich zugeführt werden kann. Hier stehen speziell die Einsteiger in der Aquaristik vor der Schwierigkeit die Futtermenge so zu kalkulieren, dass die Fische ausreichend versorgt sind und dennoch die Wasserwerte nicht zu stark belastet werden. Die verschiedenen Futtersorten weisen diverse Auswirkungen auf die Wasserwerte auf, wobei für jedes Futter gilt, dass es lediglich geringfügig von den Fischen verwertet und überwiegend wieder ausgeschieden wird. Daraufhin werden die organischen Abfallstoffe, welche die Tiere sekretieren und die nicht aufgenommenen Futterreste von Bakterien zu Stoffwechselprodukten umgewandelt.

Welche Werte gilt es bei der Bestimmung der Futtermenge zu beachten?
Hierbei entstehen vorwiegend Wasser und Kohlendioxid, welche für die Wasserwerte keine Rolle spielen, was ebenfalls für das freigesetzte Sulfat gilt. Gleichwohl sollte einer Anlagerung dieser und anderer Substanzen in Aquarien durch einen regelmäßigen Wasserwechsel vorgebeugt werden. Bei den prekären Substraten, welche während des Abbaus der Futterreste abgesondert werden, handelt es sich um Nitrat und Phosphat. Der Phosphatwert sollte nicht über 0,1 Milligramm pro Liter ansteigen und für Nitrat gilt, dass der Wert sich in einem Bereich zwischen 5 und 20 Milligramm pro Liter bewegen sollte. Andernfalls könnte das Ansteigen dieser Werte folgenreiche Konsequenzen für sensible Tiere wie Steinkorallen haben, sowie lästigen Algenwuchs hervorrufen. Daher sollte ein Nitratwert von 40 Milligramm pro Liter keinesfalls überschritten werden. Nitrit sollte überhaupt nicht nachweisbar sein, es weist eine hoch giftige Wirkung für alle Pflanzen und Tiere auf.

Wie gelingt der Einklang zwischen Versorgung der Tiere und stabilen Wasserwerten?
Schließlich muss für die Meerwasserfische genügend Nahrung zur Verfügung stehen. Jedoch sollten die Nitrat- und Phosphatwerte regelmäßig kontrolliert und die Futtermenge bzw. der Besatz notfalls angepasst werden, was wiederum auch abhängig von dem jeweiligen System ist. Je nachdem von welcher Technik Gebrauch gemacht wird und wie intensiv und regelmäßig deren Wartung ausfällt, werden die Wasserwerte mehr oder weniger durch das Futter beeinflusst. Hinsichtlich dieser Kriterien sollte der Fischbestand so abgestimmt sein, dass die Versorgung der Tiere nicht eingeschränkt stattfindet, um die Werte nicht zu belasten. Bei einer zu hohen Anzahl an Fischen, kann sich dies schnell auf den Nitrat- und Phosphatgehalt auswirken, sodass entweder die Technik aufgerüstet oder der Bestand verringert werden muss.

Allerdings können in der Aquaristik entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, um Überschreitungen der Werte zu vermeiden oder auch Maßnahmen, um bereits entstandene zu kompensieren. Zum einen stellt, wie bereits erwähnt, ein effektiver Abschäumer eine gute Methode zur Kontrolle über die Werte dar, ebenso wie ein Nitratfilter. Zum anderen ist es möglich dem Meerwasser Phosphat- reduzierende Mittel beizufügen (die allerdings auch zum Teil Magnesium oder Calcium absorbieren). Zudem kann eine zu hohe Dosierung des Futters zur Folge haben, dass ungebetene Arten wie Glasrosen besser gedeihen können. Neben einem regelmäßigen Wasserwechsel können daher auch Tiere eingesetzt werden, welche sich von diesem unerwünschten Bewuchs in den Aquarien ernähren.

Lysmata wurdemanni – (Wurdemanns Garnele) an Glasrosen gewöhnen Wurdemanni Garnelen können an den Verzehr von Glasrosen gewöhnt werden, indem die Glasrosen in einem separaten Behälter mit Flocken-/Fischfutter verköstigt werden und hierdurch dessen Geschmack annehmen. In der Quarantäne mit den gefütterten Glasrosen können sich die Garnelen langsam auch mit dem Geschmack dieser Schädlinge vertraut machen. Daraufhin wird die Futtermenge für die Glasrosen nach und nach reduziert, sodass die Garnelen sich an deren Geschmack gewöhnen und im Anschluss den Glasrosenbefall im Aquarium verzehren.

Für die Futterreste an schwer zugänglichen Stellen wie unter oder hinter dem Lebendgestein oder im Bodengrund, können zwar Garnelen, aber auch Einsiedlerkrebse, Schlangensterne, Krabben, Shrimps, andere Kleintiere und verschiedene Schneckenarten, insbesondere Nassarius-Schnecken, eingesetzt werden, welche diese vertilgen und das Becken somit sauber halten.

Flockenfutter ist, ebenso wie Granulat, aus Fischmehl und verschiedenen Zusätzen wie Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren zusammengesetzt. Lediglich durch die Form, der an der Oberfläche treibenden Flocken und der des nach unten sinkenden Granulates, unterscheiden sich diese Futtersorten prinzipiell voneinander. Inzwischen ist das erhältliche Trockenfutter qualitativ äußerst hochwertig und bietet den Tieren, bei Verwendung verschiedener Sorten und in Verbindung mit Frostfutter, eine ausgewogene Ernährung. Da ein Teil des Flockenfutters jedoch häufig in den Überlauf des Aquariums gerät und darüber hinaus einige Fische und andere Tiere ihr Futter nicht von der Oberfläche zu sich nehmen, kann dieses auch zunächst gemeinsam mit dem gesiebten Frostfutter eingeweicht werden. Die Verwendung von Futtertabletten, die das Wasser langfristiger belasten können, ist nur selten sehr sinnvoll.

Bevor gefriergetrocknetes Futter in das Aquarium gegeben wird, muss es zunächst in etwas Leitungswasser aufgetaut werden. Nun sollte es unmittelbar im Anschluss an den Auftauvorgang verfüttert werden, da es bei einer zu hohen Standzeit schnell verderblich ist. Qualitativ hochwertiges Futter ist daran zu erkennen, dass die Futtertiere in ganzen Stücken enthalten sind und das Auftauwasser sich nur gering verfärbt. Das Frostfutter sollte gesiebt und ohne das Auftauwasser in das Becken gegeben werden. Bei hochwertigem Futter beinhalten die noch vollständigen Futtertiere die Vitamine und Spurenelemente und nicht das Tauwasser.

Grünfutter für Doktoren:
Zahlreiche Meerwasserfische benötigen auch pflanzliche Nahrung, sodass viele Tiere als Cleaning-Crew für ungebetenen Algenwuchs dienen. Daher werden einige Arten wie Doktoren und Seebader, sowie viele Seeigel, welche Algen verzehren, vornehmlich zu diesem Zweck gehalten. Häufig ist der Bewuchs im Aquarium jedoch nicht ausreichend, weshalb der pflanzliche Anteil im Nahrungsangebot noch um frischen Kopf- oder Eisbergsalat und weitere Salatsorten, auch Löwenzahn und anderes Grünzeug oder sogar Bananen ergänzt werden sollte. Zwar essen die Fische nahezu alles, allerdings ist ausreichend Grünfutter für eine gesunde und artgerechte Haltung unverzichtbar. Dieses kann auch mal durch die Hinzugabe von getrocknete Spirulina-Flocken oder Nori-Algen ersetzt werden. Nori-Algen zum Sushi-Machen sind übrigens geräuchert und damit nicht die beste Nahrungsgrundlage als Futter. Gleichwohl sollte speziell im Winter darauf geachtet werden keine Treibhausprodukte zu verfüttern, weil diese einen hohen Nitratanteil und andere schädliche Substanzen beinhalten können.

Plankton ist überwiegend für Korallen wie Gorgonien und einige Weichkorallen oder auch für Muscheln, Haarsterne und andere Lebewesen erforderlich, welche ihre Nahrung aus dem Wasser herausfiltern, da sie nicht über Zooxanthellen verfügen. Demnach betreiben sie keine Photosynthese, sodass die Beleuchtung für diese Arten keine besonders hohe Bedeutung hat, weil sie ihr Futter direkt aus dem Meereswasser beziehen. Ersatzweise kann auch wenn nur als Notlösung Staubfutter verwendet werden. Plankton setzt sich aus einer Vielfalt von kleinen tierischen und pflanzlichen Lebewesen zusammen. Diese gelten als hervorragende Kost für die Aquarienbewohner. Während Zooplankton, welches tierische Bestandteile enthält, außerhalb des Reaktors nur wenige Tage haltbar ist, kann pflanzliches, also Phytoplankton immerhin bis zu einigen Wochen gelagert werden. Um das Plankton vor der Fütterung zu überprüfen, sollte neben der Feststellung der Phosphat- und Nitratkonzentration auch berücksichtigt werden ob das Plankton noch frisch ist. Hierzu wird untersucht ob die Tiere noch am Leben sind und sich bewegen oder die Pflanzen noch eine intensive grüne Färbung aufweisen. Sollten die Werte zu hoch oder das Plankton bereits abgestorben sein, was daran deutlich wird, dass sich die Tiere nicht mehr bewegen oder die Pflanzen gelblich bis rot verfärbt sind, darf es keinesfalls mehr verfüttert werden. Abgesehen davon, dass es nun keine nährreichen Substanzen mehr beinhaltet, würde dies mehr Schaden als Nutzen bringen und zwar nicht nur im Hinblick auf die Lebewesen, sondern auch in Bezug auf die Wasserwerte. Empfehlenswert sind Produkte, welche aus Mischkulturen, also verschiedenen Arten von Plankton bestehen. Zwar sind diese in der Herstellung wesentlich aufwändiger, sie bieten andererseits auch aus diesem Grund eine reichlichere Vielfalt für die Lebewesen. Monokulturen hingegen sind im Shop häufiger erhältlich und mit nur einer Sorte Plankton leider nicht sonderlich wertvoll an Nährstoffen, dafür allerdings um einiges leichter zu produzieren.

Bei Lebendfutter gibt es verschiedene Varianten wie beispielsweise Krill, Artemia, Mysis oder auch Zooplankton. Es handelt sich auf Dauer auch um eine Kostenfrage wie häufig Lebendfutter zum Einsatz kommt, da es vergleichsweise teuer ist. Andererseits weist es dementsprechend eine hohe Qualität auf und ist bei der Aufzucht von Jungtieren nicht mehr wegzudenken.

Flüssigfutter
Speziell als Nahrungsergänzung für Korallen kommt das Flüssigfutter in der Aquaristik zum Einsatz. Versehen mit diversen Aminosäuren kann eine Überdosierung des Flüssigfutters schnell eine Algenplage zur Konsequenz haben, welche eventuell zum Absterben der Korallen führt. Daher ist bei der Verwendung von Flüssigfutter äußerste Vorsicht geboten. Die Verfütterung von Plankton oder Staubfutter stellt hier wohl die bessere Alternative dar.

Welche Methoden können zur „richtigen Fütterung“ angewandt werden?
Eine Möglichkeit, zur Vorsorge gegen die Belastung durch Abfallstoffe, ist nicht die gesamte Tagesration auf einmal zu verfüttern, sondern die Menge in mehrere kleine Portionen über den Tag hinweg einzuteilen. Dabei sollten täglich Trockenfutter und ein bis zweimal die Woche Frostfutter, auf dem Speiseplan stehen. Auf diese Weise der Futterdosierung gelangt wesentlich mehr Futter in die Fischmägen und der Anteil der Futterreste im Bodengrund oder unter dem Riffaufbau wird somit reduziert. Nur bei der Haltung von sehr scheuen oder neu erstandenen Tieren ist dies problematisch, da diese sich nicht gegen die anderen Fische behaupten können und auf gerade diese Futterreste angewiesen sind um zu überleben.

Andernfalls verringert diese Fütterungsmethode die abschäumbaren Substanzen, weshalb so der Abschäumer weniger schnell überläuft. Daher kann er empfindlicher eingestellt und saubereres Salzwasser erhalten werden. Als Vorsichtsmaßnahme hat der ein oder andere Abschäumer einen Anschluss am Überlaufbehälter, an dem ein größerer Kanister bzw. Auffangbehälter mit einem Schlauch angeschlossen werden kann, sodass ein Überschäumen des Gerätes verhindert wird. Abhängig von dem Aqauriumsystem ist es unter Umständen sinnvoll den Filterkreislauf über den Zeitraum der Fütterung hinweg auszuschalten, um so zu verhindern, dass ein zu großer Anteil des Futters im Filtersystem verschwindet.

Darüber hinaus unterbindet ein Futterring das Treiben des Futters an der Wasseroberfläche und bietet den Fischen die Möglichkeit sich mit einer festen Futterstelle vertraut zu machen, wodurch der Wirbel während der Fütterung etwas nachlässt. Auch wird dadurch das Problem, dass Futter an der Oberfläche direkt in den Überlauf läuft verhindert.

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Meerwasseraquarium LED vs. T5/HQL bzw. HQI

Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass LED zurzeit die effizienteste Aquarium Beleuchtung darstellen und herkömmliche Beleuchtungssysteme wie T5 Leuchtröhren und HQI bei weitem in den Schatten stellen. 1W High Power LEDs, welche in all unseren Produkten verwendet werden, haben bis zu 130 Lumen pro Watt, sodass der Strom äußerst effektiv umgesetzt wird.
Hierdurch werden bei einer Umrüstung von T5 oder HQI auf LED lediglich 50% der bisherigen Leistung benötigt, um die gleiche Helligkeit zu erzielen. Somit liegt das Stromersparnis bei ca. 50%, was im Folgenden auch durch Rechenbeispiele noch einmal verdeutlicht wird.

Jedoch ist nicht nur das offensichtliche Stromersparnis ein großer Vorteil von LED Beleuchtung gegenüber T5 Leuchtröhren und HQI. Des Weiteren kann sich auf eine konstant starke Leuchtkraft von bis zu 50.000 Stunden verlassen werden ohne zwischendurch teure Ersatzleuchtmittel wechseln zu müssen. Somit sind die LED sowohl pflegeleicht, als auch umweltfreundlich und günstiger im Verbrauch.

Bei T5 Leuchtstoffröhren wird das Licht in einem Winkel von 360° abgegeben, weshalb entweder viel Licht verschwendet wird oder Reflektoren angebracht werden müssen, wodurch jedoch auch ein wesentlicher Lichtverlust entsteht.

Die Effizienz unserer 1W High Power LED wird zusätzlich durch die optischen Linsen oder die Spiegeloptik, welche in unseren Modellen verarbeitet sind gesteigert, da diese das Licht bündeln, um es dann mit einem geeigneten Abstrahlwinkel gezielt nach unten zu leiten, sodass weniger Licht zur Seite hin verschwendet wird. Zum anderen erlaubt das selbst kühlende Gehäusedesign unserer Modelle, diese in sehr geringem Abstand zur Wasseroberfläche anzubringen. Demnach wird keine Energie mehr verschwendet.

Darüber hinaus sind unsere blauen LED speziell auf das Absorbtionsmaximum anspruchsvollerer Korallenarten wie beispielsweise SPS- Korallen abgestimmt. Dies gewährleistet ein optimales Farbspektrum, sodass alle Pflanzen mit der entsprechenden Energie versorgt werden, um ideal wachsen und gedeihen zu können. Somit wird das Wachstum der Korallen angeregt und zusätzlich die Fluoreszenz besonders begünstigt, wodurch sie außerordentlich farbintensiv leuchten. Während HQI Lampen überhaupt nicht über ein blaues Farbspektrum verfügen, liegt das blaue Spektrum der T5 Leuchtröhren meist nicht einem Rahmen, welcher für die Korallen fluoreszenzfördernd ist. Denn für sie eignet sich am besten ein Frabspektrum, welches im Bereich von ungefähr 450nm liegt.

Der Vergleich LED vs. T5 Leuchtröhren
Fünf T5 Leuchtröhren mit jeweils 54W, also insgesamt 270W, werden mit einem 154W Meerwasser Panel verglichen.

LED: 130 Lumen / Watt
T5: 79 Lumen / Watt

LED: 154 x 130 Lm = 20020 Lumen
T5: 270 x 79 Lm = 21330 Lumen

Somit wird deutlich, dass bei der Verwendung von LED wesentlich weniger Energie benötigt wird, um eine vergleichbare Helligkeit zu erzielen. Wodurch die Stromkosten nahezu halbiert werden:

Leuchtdauer: 12 Stunden/Tag, Strompreis 0,27 EUR/kWh (Mai 2014), Zusatzkosten HQI: 50 €/Jahr

154W LED Kosten
12 Stunden x 365 Tage x 154W = 674,5 kWh / Jahr
674,5 kWh x 0,27 EUR = 182,12 EUR pro Jahr

270W T5 Leuchtröhre Kosten
12 Stunden x 365 Tage x 270W = 1182,6 kWh / Jahr
1182,6 kWh x 0,27 EUR = 319,30 EUR Stromkosten

Der Vergleich LED vs. HQI:
Ein 150W HQI Brenner wird verglichen mit einem 3er Set unserer LED Aquarium 30W Leuchtbalken, also insgesamt 90W.

LED: 130 Lumen / Watt
HQI: 80 Lumen / Watt

LED: 90 x 130 Lm = 11700 Lumen
HQI: 150 x 80 Lm = 12000 Lumen

Folglich ist die Helligkeit bei 90 x 1W High Power LED nahezu identisch mit 150 x HQI, was sich deutlich im Stromverbrauch niederschlägt, welcher ungefähr halbiert wird:

Leuchtdauer: 12 Stunden/Tag, Strompreis 0,27 EUR/kWh (Mai 2014), Zusatzkosten HQI: 50 €/Jahr

90W LED Kosten
12 Stunden x 365 Tage x 90W = 394,2 kWh / Jahr
394,2 kWh x 0,27 EUR = 106,43 EUR pro Jahr

150W HQI Kosten
12 Stunden x 365 Tage x 150W = 657 kWh / Jahr
657 kWh x 0,27 EUR = 177,39 EUR Stromkosten + 50€ Ersatzleuchtmittel = 227,39 € pro Jahr

In einem direkten Vergleich zu HQI und T5 scheiden die LED eindeutig besser ab. Sowohl das wesentliche Stromersparnis, als auch das bessere Farbspektrum, sowie die geringe Wärmeentwicklung und die hohe Widerstandsfähigkeit lassen die 1W High Power LED hier als Gewinner hervorgehen.

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Vor- & Nachteile von Meerwasser LED Beleuchtung

Eine der wichtigsten Grundlagen für eine gute Entwicklung eines Meerwasseraquariums ist die Beleuchtung. Um die idealen Bedingungen für anspruchsvollere Korallen zu schaffen gilt es hierbei verschiedene Faktoren zu beachten, denn immerhin beziehen diese ihre Nährstoffe vorallem aus dem ihnen zur Verfügung stehenden Licht.

  1. Fluoreszenz- Proteine
    Inzwischen ist bekannt, dass Korallen Fluoreszenz- Proteine erzeugen, welche nach Bedarf das vorhandene Licht reflektieren oder emittieren können, wobei bestimmte Eigenschaften des Lichtes die Produktion der Fluoreszenz- Proteine stimuliert. Bei einer zu geringen Lichtmenge werden diese Proteine nicht mehr hergestellt und deren Dichte vermindert, wodurch die braune Färbung der Zooxanthellen immer sichtbarer wird und die Korallen beginnen an Leuchtkraft zu verlieren. Bei einer Wellenlänge von ungefähr 450nm können die Korallen das Licht ideal absorbieren und deren Frabintensivität und Leuchtkraft wird bestmöglich verstärkt. Hierfür eignent sich blaue LED Beleuchtung, da das blaue Frabspektrum von Leuchtröhren nicht in diesem Bereich liegt und so für die Korallen weniger wertvoll ist.

Biologen wissen mittlerweile, dass Korallen Fluoreszenz-Proteine erzeugen, die in ihrem Inneren auch Zooxanthellen beherbergen. Anthony Calfo führt im Artikel “Magnificient Fluorescence! Aquaristic Perspectives” im Reefkeeping Magazin vom 2005/11 weiter, dass die Fluoreszenz-Proteine zum Teil dazu benutzt werden, Licht je nach Bedarf zu reflektieren oder zu emittieren. So wie einige Pigmente, die die Korallen farbig erscheinen lassen, dazu dienen, überschüssiges Licht von Korallen der Flachwasserzonen „wegzureflektieren“, so mögen die Fluoreszenz-Proteine dieselbe Aufgabe nicht auf dem Wege der Reflexion, sondern auf dem Wege der Fluoreszenz erledigen. In Tiefen, in denen Korallen wenig Licht zur Verfügung steht, erweitert die Fluoreszenz die für die Zooxanthellen nutzbare Menge an Licht, da das auftreffende, energiereichere – und damit für die Photosynthese nicht brauchbare – Licht durch die Fluoreszenz in energieärmeres Licht transformiert wird und so der Photosynthese zur Verfügung steht. Diesen Prozess beschreibt Calfo mit dem Ausdruck „Licht-ernten“ („light-harvester“).

Für die Richtigkeit dieser Annahmen spricht, so Calfo, dass Korallen, die aus den hellen Flachwasserzonen stammen und im Labor bei geringerer Lichtintensität und geringer UV-Belastung gehalten werden, ihre Farbe verlieren können: Das Fehlen des ursprünglich in der Natur vorhandenen Lichts führe dazu, dass keine Fluoreszenz-Proteine mehr hergestellt werden. Bei Korallen der tieferen Zonen trete ein Farbverlust auf, wenn sie im Aquarium zu hell gehalten werden. Hier ist die Produktion „Licht-erntender“ Fluoreszenz-Proteine überflüssig geworden, da ja genügend Licht vorhanden ist. Eine Verringerung der Dichte der Fluoreszenz-Proteine führe dann dazu, dass die braune Färbung der Zooxanthellen immer sichtbarer wird. Zwar seien dies nicht die einzigen Gründe, aus denen Korallen ihre Farbe verlieren, aber es seien Einflüsse, die oftmals eine Rolle spielen.

Ganz gleich welche, falls überhaupt eine, der genannten Funktionen der Fluoreszenz-Farbstoffe – Reflexion von überschüssigem Licht oder „Licht-Ernter“ – zutreffen, gilt gewiss, dass bestimmte Eigenschaften des Lichts die Produktion der Fluoreszenz-Proteine stimulieren.

  1. Geringerer Stromverbrauch
    Kostenersparnis von bis zu 50%: LEDs erzeugen bei geringerer Stromaufnahme mehr Licht im Vergleich zu den alternativen Aquarien-Beleuchtungsmitteln.
  2. Hohe Lichtausbeute
    Durch die effiziente 1W High Power LED sind mittlerweile ausgezeichnete 130 Lumen pro Watt möglich, wodurch T8, T5, HQI, sowie SMD-, COB- und 3W-LED-Lampen in den Schatten gestellt werden.

1W High Power LED weisen im Vergleich zu T8, T5, HQI, sowie SMD-, COB- und 3W-LED-Beleuchtung diverse Vorteile auf. Nicht nur, dass diese wesentlich weniger Wärme entwickeln, während HQI- Beleuchtung im Sommer ein ernsthaftes Problem darstellen kann. Zudem erzeugen sie bei geringerer Stromaufnahme mehr Licht, sodass 1W High Power LED nur 50% der Leistung benötigen, mit welcher die anderen Modelle betrieben werden, um auf eine vergleichbare Leuchtkraft zu kommen.

  1. Amortisation
    Für alle, die ohnehin eine neue Lampe für ihr Aquarium benötigen, lohnt es sich ab dem ersten Moment an unsere Lampen zu verwenden. Die die Anschaffungskosten für alternative Beleuchtungssysteme liegen sehr häufig über dem Preis für eine Lösung mit unseren Produkten.
    Wir geben weiterhin unser bestes um Ihnen ein exzellentes Preis/Leistungsverhältnis im Vergleich zu anderen Meerwasser-Lampen bieten zu können. Bei einer Umrüstung hat sich die Anschaffung bereits meist nach 2 Jahren bezahlt gemacht.
  2. Wärmeentwicklung
    Die Lampen können durch ihr selbstkühlendes Gehäsuedesign nah an der Wasseroberfläche montiert werden, da die Wärmeentwicklung kein großes Problem darstellt. Wer kennt nicht das Problem, dass die HQI Lampe die Wassertemperatur im Sommer soweit aufheizt, dass man sich wünsche, sein Aquarium lieber im Keller aufgebaut zu haben. Sie können also getrost auf Ventilatoren verzichten und verkürzen außerdem auch die Strecke, die das Licht zwischen Wasseroberfläche und Lichtquelle zurücklegen muss. Dadurch geht kein wertvolles Licht verloren – es verpufft nicht so viel Licht, wie z.B. T5 Röhren, die ja auch einen Teil des Lichtes erst nach oben ausstrahlen, das dann teilweise wieder nach unten reflektiert wird, nachdem ein Großteil des Lichtes schon absorbiert wurde.
  3. Geringer Wartungsaufwand
    Unsere LED Lampen leuchten nach erfolgreicher Testabnahme in unserem technischen Labor bis zu 50000h, bevor Sie signifikant an Leuchtkraft verlieren. Durch die ebenen Glasscheiben, die vor den LEDs sitzen, um sie vor Wasser zu schützen, können die Lampen mit einem Wisch gereinigt werden, falls wieder mal ein paar Salzreste von Wasserspritzern an den Lampen zurückgeblieben sind.
  4. Kringeleffekt
    Wer auf den Kringeleffekt nicht verzichten möchte, ist mit unseren Produkten auf der sicheren Seite. Unsere LED-Lampen verfügen über ausreichen Lichtleistung um selbst in tiefen Becken für den gewünschten Effekt zu sorgen. Für alle, die noch mehr “Kringel” haben möchten, empfehle ich einfach für eine erhöhte Oberflächenbewegung durch Strömungspumpen zu sorgen. In diesem Video ist der Kringeleffekt besonders gut zu beobachten:
  5. Entwicklung der LED ist ausgereift
    Unser interesse an der LED-Technik wurde schon vor vielen Jahren geweckt. Nach ausgiebiger Marktbeobachtung und vielen Experimenten im Labor und im Praxistest direkt über dem Aquarium war für mich Anfang 2010 klar, dass der Markt reif ist um alternative Leuchtmittel bald abzulösen. Blaue T5 Aquariumröhren können die Korallen ohnehin nicht so gut zum leuchten und fluoreszieren bringen wie das Spektrum unserer blauen LEDs, die auf das Absorbtionsmaxium der Korallen bei 450nm Wellenlänge ausgelegt sind.
  6. Umweltfreundlichkeit
    In unseren Lampen befinden sich keine umweltschädlichen Stoffe wie z.B. Quecksilber, das in Leuchtstoffröhren und bei Metalldampflampen verwendet wird.
  7. Hohe Lebensdauer
    Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 50000 Stunden, können unsere LEDs über ein ganz Jahrzehnt, genauer gesagt 12,3 Jahre bei 12 Stunden täglicher Beleuchtung, Ihr Becken zuverlässig mit Intensiven und vor allem Effektivem Licht versorgt werden.

Fazit
Wer auf Preis/Leistung und Effizienz hohen Wert legt ist mit den LED Produkten von ECO Marine auf der sicheren Seite. Die Anschaffungskosten sind im Vergleich zu T5 und HQI nahezu Identisch, mit dem Unterschied, dass nicht in regelmäßigen Abständen neue Leuchtmittel gekauft werden müssen, da durch Ablagerungen der Elektroden von Leuchtstoffröhren und HQI Lampen die Lichtwerte immer weiter in den Keller gehen. Die schönste Lichtstimmtung bekommt man nur mit LED hin.

Viele Kriterien sind entscheidend für ein gesundes Korallenwachstum und ein schönes Meerwasserauqarium, dass effizient betrieben wird. Hier werden die vier entscheidensten Faktoren erläutert:

  1. Lichtleistung
    Auf Grund der speziellen Nahrungsaufnahme vieler, in der Aquaristik beliebter, Korallen gilt grundsätzlich, dass alle Meerwasserbecken ein leistungsstarkes Beleuchtungssystem benötigen. Denn Korallen versorgen sich hauptsächlich von den Erzeugnissen der Algen, welche in deren Gewebe eingelagert sind. Demnach leben sie in Symbiose mit diesen sogenannten Zooxanthellen, wobei diese Algen über Photosynthese Zucker, Aminosäuren und Sauerstoff erzeugen, was der Koralle dann als Nahrung dient. Durch eine hohe Lichtleistung wird die Photosynthese der Zooxanthellen angeregt und es werden letztendlich mehr Nährstoffe für die Koralle produziert. Für Aquarien mit einer Wasserhöhe von bis zu 70 cm empfehlen wir deshalb 0,4W pro Liter Bruttovolumen um sämtlichen Korallenarten auf allen Ebenen sehr gut wachsen zu lassen. Mit den 1W High Power LED in unseren Produkten bekommen Sie also die höchste Lichtausbeute im Vergleich zum Stromverbrauch. SMD, 3W, 5W & 10W High Power und COB LED mit 50W auf einem Chip werden in den Schatten gestellt, da auf der extrem kleinen Diodenfläche die Wärme nicht sehr gut abgeführt werden kann. Dies wiederum wirkt sich negativ auf die maximale Helligkeit aus, sodass schließlich 30% mehr Strom verbraucht werden, um auf die gleiche Helligkeit wie mit 1W High Power LEDs zu kommen.
  2. Wassertemperatur
    Dennoch gilt es bei solch sensiblen Lebewesen noch weitere Faktoren als die Lichtmenge zu beachten, wie etwa die Wärme. In Meerwasseraquarien sollte eine Wassertemperatur von 29°C nicht überschritten werden, wo besonders in der wärmeren Jahreszeit viele Steinkorallenliebhaber auf Schwierigkeiten stoßen. Sollte die Wassertemperatur zu hoch ansteigen, wirkt sich dies auf die Zooxanthellen aus, welche die hohen Temperaturen nicht vertragen und absterben. Wenn dies geschieht wird ebenfalls die Nahrungsaufnahme der Koralle beeinträchtigt, wodurch auch sie eingehen kann.

LED- Beleuchtung hat eine geringere Wärmeentwicklung als beispielsweise HQI und ist bei uns komplett mit passiv kühlendem Gehäusedesign erhältlich, bei welchem die Wärme über einen Aluminiumkörper direkt abgeleitet wird, anstatt sich unter der Lampe anzustauen und damit das Wasser zu erhitzen.

  1. Effizienz
    Unter Berücksichtigung dieser Kriterien stellt sich LED-Beleuchtung im Vergleich zu HQI oder Leuchtstoffröhren als vielversprechendste heraus, da leistungsfähige 1W High Power LED mit bis zu 130 Lumen pro Watt äußerst effizient sind und somit 50% weniger Leistung benötigen, um eine vergleichbare Helligkeit von T5-Röhren oder HQI-Lampen zu erzielen.

Dementsprechend gilt die früher weit verbreitete Regel, dass 1 Watt pro Liter Leistung auf einen Liter Wasser kommen muss nicht mehr. Bei 1W High Power LED-Beleuchtung beträgt dieser Wert gerade mal die Hälfte, also 0,4 Watt pro Liter. Darüber hinaus ist der Wechsel von Ersatzleuchtmitteln unnötig.

Ferner kann die Energie bei guten LED-Beleuchtungssystemen durch optische Linsen oder Spiegeloptiken, welche das Licht bündeln und nach unten abstrahlen, noch effizienter umgesetzt werden, ähnlich wie bei herkömmlichen Beleuchtungsarten der Gebrauch eines Reflektors empfohlen wird.

  1. Farbspektren
    Speziell bei blauer Beleuchtung ist der Einsatz von LED vorteilhaft, da bei herkömmlichen Produkten, also vor allem bei T5-Leuchtstoffröhren, genau in diesem Spektralbereich ein erheblicher Lichtverlust durch blaue Leuchtmittel entsteht. Bei blauen Leuchtstoffröhren wird das Spektrum auch nicht so gut getroffen um die Fluoreszenz der Korallen zu fördern. Die ideale Wellenlänge liegt bei 450nm und wird von unseren blauen LEDs ideal abgedeckt.

Blaulicht entspricht dem Sonnenlicht in bis zu 30 Metern Wassertiefe, wo das Farbspektrum schon stark gefiltert ist und es als energiereichster Anteil des sichtbaren Spektrums vordringt. Dort fördert es die Fluoreszenz der Korallen, welche bei der Photosynthese der Zooxanthellen entsteht.

Die Koralle reagiert auf die blauen Wellenlängen im Wellenlängenbereich von 445-465nm mit einer erhöhten Produktion von GFP. Hierbei handelt es sich um ein Protein, welches grün fluoresziert, sobald blaues Licht auf es trifft. Es gibt einige modifizierte Variationen dieses Proteins wie CFP (cyan) oder YFP (yellow), welche dann in einer anderen Farbe fluoreszieren und dementsprechend benannt wurden.

Hierdurch strahlen die Korallen nicht nur besonders schön, sondern die Zooxanthellen können auch unter den besten Bedingungen Stickstoff, Phosphoranteile und Kohlenstoff in die, für Korallen nährstoffreichen, organischen Verbindungen zersetzen und dadurch schneller wachsen.

Des Weiteren entsteht durch die Fluoreszenz eine ideale Wellenlänge, um das Wachstum der Korallen zu fördern und die Bildung des Fluoreszenzproteins anzuregen.